VKW-News
EU-Kommission zeigt Fortschritte bei der Förderung der europäischen Sozialen Ökonomie
Die Kommission hat einen Bericht über ihren Aktionsplan für die Soziale Ökonomie veröffentlicht, in dem sie die Fortschritte seit 2021 überprüft und weitere Maßnahmen zur Stärkung der Sozialen Ökonomie in ganz Europa darlegt.
Die Umsetzung des Aktionsplans ist bereits in vollem Gange. In den letzten fünf Jahren haben 21 Mitgliedstaaten nationale oder regionale Strategien der Sozialen Ökonomie angenommen oder bereiten sie vor, und 12 haben ihre Gesetze zur Sozialen Ökonomie reformiert. Über 1,62 Milliarden Euro an EU-Mitteln und 1,2 Milliarden Euro an InvestEU-Garantien wurden zur Unterstützung der Sozialen Ökonomie Europas im Jahr 2021–2027 bereitgestellt.
Mit Blick auf die Zukunft identifiziert der Bericht Prioritäten, um die Soziale Ökonomie wettbewerbsfähiger, robuster und breit anerkannter zu machen. Dazu gehören klarere Regeln für staatliche Beihilfen, stärkere Rahmenwerke für private soziale Investitionen, eine bessere Datenerhebung über die Mitgliedstaaten hinweg und ein Werkzeugkasten zur Unterstützung regionaler und lokaler sozialökonomischer Politik.
Ein spezieller Eurobarometer im Oktober 2025 ergab, dass die Hälfte der Europäer in den vergangenen fünf Jahren mit Organisationen der Sozialen Ökonomie in Kontakt war und dass 75 % die Sozialen Ökonomie für die Gesellschaft wichtig hielten. Diese Organisationen haben jedoch weiterhin ungleichen Zugang zu Unterstützung, Märkten und Finanzen.
Quelle: Directorate-General for Employment, Social Affairs and Inclusion
Fachworkshop zu genossenschaftlichen Kooperationsmodellen durchgeführt
Wie aus Projekten tragfähige wirtschaftliche Kooperationen entstehen können, stand im Mittelpunkt des Fachworkshops „Vom Projekt zur wirtschaftlichen Kooperation: genossenschaftsbasierte Organisationsmodelle im Bereich Bauen & Wohnen“, der im April im Rahmen des Projekts „Soziale Solidarische Ökonomie stärken“ des Verbunds Kooperatives Wirtschaften (VKW) in Kassel stattfand.
Die Teilnehmenden erhielten praxisnahe Einblicke in den Aufbau genossenschaftlicher Kooperationsstrukturen und nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Praxisimpulse aus den Bereichen gemeinschaftliches Wohnen, Immobilienübernahme und -sicherung, Kreislaufwirtschaft und gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften veranschaulichten, wie Kooperationen Ressourcen bündeln, gemeinsame Infrastrukturen schaffen und die regionale Wertschöpfung stärken können.
Im Rahmen des SSÖ-Projekts werden 2027 zwei weitere Fachworkshops zu Verbundstrukturen in den Themenfeldern Ernährung und Energie angeboten. Informationen dazu werden unter kooperativ-wirtschaften.de veröffentlicht.
Jetzt bewerben: Kostenlose Beratungen im Projekt KlimaCoops startet in die zweite Phase
Im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltig Wirken“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt die innova eG mit dem Beratungs- und Qualifizierungsprojekt KlimaCoops gemeinwohlorientierte Unternehmen und Genossenschaften bei ihrer Gestaltung der Unternehmensnachfolge, der Umwandlung in eine Genossenschaft, bei der Entwicklung genossenschaftlicher Kooperationsstrukturen sowie der strategischen Verankerung von Klimaschutz.
Nach einer erfolgreichen ersten Projektphase, in der bereits mehr als 40 Genossenschaften, Vereine und KMU begleitet wurden, können bis April 2027 weitere 45 Unternehmen kostenfrei beraten werden.
Bewerben können sich bis Ende Oktober Unternehmen aus den Bereichen Energie, Ernährung und Mobilität. Weitere Informationen und Bewerbung unter klimacoops.de.
Neues VKW Mitglied: BECHLER Kollaborationsberatung
Wir freuen uns sehr, die BECHLER Kollaborationsberatung Rechtsanwalts-GmbH als neues Mitglied im Verbund kollaborative Wirtschaft (VKW) begrüßen zu dürfen!
Unter dem Titel „Baupläne für ein solidarisches Wirtschaften“ verbindet die interdisziplinäre Kanzlei Gesellschaftsrecht mit nachhaltigem Organisationsdesign. BECHLER begleitet Unternehmen der Sozialen Solidarischen Ökonomie dabei, rechtlich sichere und zugleich werteorientierte Strukturen zu entwickeln.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unternehmensnachfolge durch Mitarbeitende. Dabei unterstützt BECHLER Unternehmen bei der Gestaltung von Eigentums-, Entscheidungs- und Beteiligungsstrukturen, die gemeinschaftliches und verantwortungsvolles Wirtschaften ermöglichen.
Wir freuen uns auf den Austausch und die Zusammenarbeit im VKW-Netzwerk!
Kontakt: info@bechler.com
Start des Projekts „Geno-Wissen teilen“
Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens zog der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens am 19. März 2026 in Berlin Bilanz zu 40 Jahren Engagement für die Genossenschaftsidee und seine Umsetzung. Er war und ist ein zentraler Akteur für die Weiterentwicklung des Genossenschaftsgedankens – als Impulsgeber, als Katalysator und als Plattform für Austausch und Innovation. Gemeinsam mit Personen aus Politik, Wissenschaft und Genossenschaftspraxis zeigte sich einmal mehr die große Bedeutung und das Potenzial der Genossenschaften für die Bewältigung aktueller und künftiger gesellschaftlicher Herausforderungen.
Dazu passt, dass im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltig Wirken“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt „Geno-Wissen teilen“, mit dem der Bundesverein sein Engagement ab August 2026 in den kommenden drei Jahren fortsetzen und weiterentwickeln kann.
Gemeinsam mit zahlreichen Partnern werden bedarfsorientierte Informations- und Lernangebote, darunter Podcasts, Videos, digitale Lernangebote und Werkstattformate entwickelt. Ziel ist es, Erfahrungen und Wissen aus Wissenschaft, Beratung und Praxis zusammenzuführen, bestehende Angebote besser zu verknüpfen und passgenaue Informationen für Gründende, Genossenschaften und Beratungsakteure verfügbar zu machen.
RIPESS fordert neue Narrative für die SSÖ
Die Soziale Solidarische Ökonomie (SSÖ) ist mit einem Risiko konfrontiert: Sie wird immer noch als ein Projekt der Mittelklasse wahrgenommen (zumindest in Europa). Die Verbindungen zu Arbeitenden, niedrig bezahlten Jobs und dem Alltag der Werktätigen sind kaum vorhanden. Zur Stärkung unserer Bewegung müssen die nicht-versorgten Bedürfnisse benannt und angesprochen werden; nicht, indem von oben herab über Armut gesprochen wird, sondern durch die Verbreitung von Narrativen und Praktiken in den täglichen Alltagssituationen, von denen auch die Akteure der SSÖ betroffen sind.
Indem wir alternative Denk- und Handlungsweisen (mit)teilen, können wir darstellen, dass andere Welten schon existieren, z.B. Gemeinschaftsverpflegung, Pflegeprojekte, von Migranten betriebene Unternehmen und ökologisches Gemeinschaftseigentum. Dies sind keine marginalen Experimente: Sie sind lebender Beweis dafür, dass Solidarität und kollektive Verantwortung bereits tragfähig existieren.
Diese Geschichten müssen aus der lebendigen Praxis heraus erzählt werden. Statt eines abstrakten oder intellektuellen Diskurses sollten die Narrative reale Erfahrungen, Widersprüche und Begrenzungen wiedergeben und Zeugnis darüber abgeben, dass die Akteure der SSÖ nicht immer konsistent arbeiten, jedoch an einem gemeinsamen ethischen Horizont von Kohärenz und Transformation festhalten.
Quelle: ripess.eu/en/strategy-2026/
Abgeordnete im EU Parlament fordern die Kommission zu weiteren Verbindungen zwischen Sozialer Ökonomie und Industriepolitik auf
Am 2. Juni führten Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEPs) und die Europäische Kommission im Beschäftigungsausschuss des Europäischen Parlaments eine Debatte über die Zwischenprüfung des Aktionsplans für die Soziale Ökonomie (SEAP). Die Diskussionen konzentrierten sich außerdem auf den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFF), die Rolle der Generaldirektion GROW bei der Umsetzung des SEAP und die bisher erzielten Erfolge.
Social Economy Europe unterstützt Aufrufe zu einer weiteren Zusammenarbeit zwischen EU-Institutionen bei der Entwicklung und Umsetzung sozialwirtschaftlicher Politiken, die gemeinsam mit dem Ökosystem der Sozialwirtschaft gestaltet werden sollten.
CSX / SWITCH: Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften neu denken
Wie kann Wirtschaft krisenfester, solidarischer und stärker an den Bedürfnissen von Menschen und Regionen ausgerichtet werden? Genau dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt SWITCH – Gemeinschaftsgetragene Wirtschaftsformen aufbauen, Gesellschaft transformieren am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Praxis.
Im Mittelpunkt steht der Ansatz Community Supported X (CSX), der die Prinzipien der Solidarischen Landwirtschaft auf andere Bereiche wie Energie, Mobilität, Bildung oder Gesundheit überträgt. Produzierende und Nutzer*innen werden dabei zu einer Gemeinschaft, die Verantwortung, Finanzierung und teilweise auch Entscheidungen miteinander teilt.
Das Transition Toolkit nimmt Form an
Nach zwei von drei Projektjahren, zahlreichen Interviews mit Praxisakteuren, einer bundesweiten Mitgliederumfrage und der Begleitung von 30 neuen CSX-Teams bündelt das SWITCH-Projekt seine Erkenntnisse nun im Transition Toolkit.
Die praxisorientierte Wissens- und Werkzeugsammlung richtet sich an alle, die gemeinschaftsgetragene Versorgungsstrukturen aufbauen wollen – von Gründenden neuer CSX-Initiativen bis zu Beratenden und Regionalentwickler:innen. Statt alles neu zu erfinden, übersetzt das Toolkit vorhandenes Wissen sowohl aus Solidarischer Landwirtschaft, als auch aus anderen gemeinschaftsgetragenen Organisationen in Versorgungsbereichen wie Energie, Mobilität und Kultur in anwendbare Praxis. Die Veröffentlichung ist zum Projektabschluss im Juli 2027 geplant.
Im Rahmen von SWITCH werden bestehende und neu entstehende CSX-Initiativen begleitet und untersucht: Welche Chancen bietet gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften? Wo liegen Hürden – und welche Rahmenbedingungen braucht es, damit solche Modelle wachsen können? Ziel ist es, konkrete Wege hin zu einer Community Supported Economy (CSE) aufzuzeigen.
Kontakt: Julia Rothamel, IÖR – j.rothamel@ioer.de
Whitepaper: „Was ist das Kollaborativ?“
Wie können Unternehmen Strukturen schaffen, die gemeinsames Verantworten, nachhaltige Wertschöpfung und echtes Mitunternehmertum ermöglichen? Das Whitepaper „Was ist das Kollaborativ?“ von BECHLER Kollaborationsberatung gibt darauf praxisnahe Antworten.
Der Leitfaden zeigt einen konkreten Bauplan für Governance-Modelle, die Unternehmenszweck, Wertschöpfung und Beteiligung miteinander verbinden. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Organisationen so gestaltet werden können, dass Mitarbeitende nicht nur mitarbeiten, sondern Verantwortung übernehmen und zu echten Mitunternehmer werden.
Das Whitepaper bietet damit wertvolle Impulse für Unternehmen, die ihre Strukturen zukunftsfähig, kollaborativ und werteorientiert weiterentwickeln möchten.
Kostenloser Download
Internationale, kuratierte Wissensplattform socioeco.org
Socioeco.org ist eine internationale Wissens- und Ressourcenplattform zur Sozial- und Solidarökonomie, die Informationen, Studien, Praxisbeispiele und Akteure aus aller Welt bündelt. Die Plattform macht alternative Wirtschaftsmodelle, Projekte, politische Ansätze und Bildungsangebote sichtbar und bietet vielfältige Möglichkeiten, diese nach Themen, Ländern und Organisationen zu entdecken. Damit dient Socioeco.org als Fundgrube für alle, die sich über eine sozial gerechte, solidarische und ökologisch nachhaltige Wirtschaft informieren und inspirieren lassen möchten.
Was ist Socioeco.org?
Socioeco.org ist eine internationale Online-Ressourcenbibliothek zur Sozial- und Solidarökonomie (Social and Solidarity Economy, SSE). Sie bündelt Informationen, die sonst über viele Webseiten und Sprachen verstreut sind. Dabei geht es sowohl um theoretische Konzepte als auch um konkrete Projekte und Akteure.
Was findet man dort?
Die Plattform sammelt unter anderem:
- Studien und Analysen
- Fallstudien und Erfahrungsberichte
- Interviews und Vorschläge
- Bücher und Publikationen
- Videos
- wissenschaftliche Abschlussarbeiten
- Informationen über politische Maßnahmen und Gesetzgebung
- Aus- und Weiterbildungsangebote
- pädagogische Materialien
- Informationen über Organisationen und Netzwerke der Sozial- und Solidarökonomie.
Die Inhalte stammen aus verschiedenen Teilen der Welt und sind vor allem auf Französisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch verfügbar; daneben gibt es auch Inhalte in weiteren Sprachen.
Wie kann man die Informationen durchsuchen?
Es gibt mehrere Zugänge:
- nach Themen
- nach Schlagworten
- nach Ländern
- nach Autor:innen
- nach Organisationen
- nach Konferenzen
- über Bibliografien
- über eine allgemeine Suchfunktion
Besonders interessant: die Karten
Ein wichtiger Bestandteil sind interaktive Landkarten, auf denen konkrete Beispiele der Sozial- und Solidarökonomie gesammelt werden. Dazu gehören etwa:
- Projekte und Initiativen weltweit
- öffentliche Maßnahmen zugunsten der Sozial- und Solidarökonomie
- alternative und genossenschaftliche Medien
- Initiativen, die zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) beitragen
- Bildungs- und Lernangebote zur Sozial- und Solidarökonomie
Die Karten verstehen sich ausdrücklich nicht als vollständige statistische Erhebung. Sie sollen vielmehr konkrete Geschichten, Projekte und Erfahrungen sichtbar machen und als Inspiration dienen. (socioeco.org)
Welche Themen stehen im Mittelpunkt?
Die Seite bündelt Ressourcen unter anderem zu:
- alternativen Wirtschaftsmodellen
- neuen Vorstellungen von Wohlstand und Wohlstandsmessung
- ökologischer Transformation
- sozialer Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechten
- Finanzen und Geld im Dienst der Gesellschaft
- alternativen Formen von Unternehmertum, Produktion und Konsum
- öffentlicher Politik und Solidarökonomie
- einer stärker territorial bzw. lokal ausgerichteten Wirtschaft
- Bildung, Information und Ausbildung zur Sozial- und Solidarökonomie.
Quelle: socioeco.org
Neueste Studienergebnisse
Soziale Ökonomie sichtbar machen – neue Erkenntnisse aus Berlin und Bremen (29.5.26 online)
von Heike Birkhölzer, Günther Lorenz
Im Gespräch mit Philipp Kenel (Alice Salomon Hochschule Berlin / Studie Berlin) und Christian Lautermann (IÖW Berlin / Studie Bremen und Bremerhaven) und mehr als 80 interessierten Gästen aus Politik, Verwaltung, Netzwerken, Beratung und Praxis wurde deutlich: Soziale Ökonomie trägt messbar zur Wirtschaftskraft bei und befördert den sozial-ökologischen Wandel in der Region.
Kernbotschaften
- Die zwei Studien im Auftrag der Senatsverwaltungen für Wirtschaft in Bremen und Berlin zeugen von öffentlichem Interesse für die SSÖ
- Soziale Unternehmen unterschiedlicher Zielsetzungen und Herkunft (gleich welcher Rechtsform) verfolgen soziale Ziele, arbeiten weitgehend partizipativ und sind nicht bzw. weniger renditeorientiert
- Sie sind noch nicht ausreichend sichtbar (Note 3 in der Bewertung der Teilnehmenden), obgleich vielfältig, wirtschaftlich relevant und krisenresilient
Forderungen
- Die Studien beziehen sich auf städtische Gebiete, in ländlichen Gebieten sollten sie ebenfalls durchgeführt werden
- Abseits der rein wirtschaftlichen Relevanz sollte der gesellschaftliche Mehrwert mehr in den Fokus rücken (Internalisierung externalisierter sozialer Kosten)
- stärkere Einbeziehung weiterer Milieus, z.B. aus der Kreislaufwirtschaft, nicht-monetärer Tauschmittel u.a. ist erwünscht
- Einbeziehung der Frage, welche öffentlichen Förderungen für die SSÖ verbessert wurden und verbessert werden könnten: Steuerreform, Investitionsförderung, Auftragsvergabe etc.
- Weiter an der Frage arbeiten, wie die SSÖ-Unternehmen und ihre Ökosysteme wirksam gestärkt werden können
Schlussfolgerungen aus der Diskussion
Wer Soziale Ökonomie fördern will, braucht belastbare Daten und Fakten. Die aktuellen Studien aus Berlin und Bremen zeigen nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung sozialer Unternehmen, sondern schaffen auch die Grundlage für politische Entscheidungen und gezielte Fördermaßnahmen.
Für Berlin bedeutet dies, den im Koalitionsvertrag verankerten Auftrag mit konkreten Kennzahlen zu unterlegen. Für Bremen steht der Erkenntnisgewinn über das breite Feld sozialer Unternehmen im Vordergrund – und die Frage, welchen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mehrwert ihre Unterstützung für das Land schafft.
Gleichzeitig wurde deutlich: Die Studien sind kein Endpunkt, sondern ein Ausgangspunkt. Künftige Erhebungen können sichtbar machen, wie sich die Soziale Ökonomie entwickelt und welchen Beitrag sie langfristig zu Wirtschaftskraft, gesellschaftlichem Zusammenhalt und sozial-ökologischem Wandel leistet.
Wissenswertes
Geförderte Einzelberatung
Kurzberatung für Gemeinwohlunternehmen
Im Rahmen des Projekts „Soziale Solidarische Ökonomie stärken – durch Vernetzung und Transfer“ bieten wir zur Stärkung von Unternehmen der Sozialen Solidarischen Ökonomie Beratung zu (fast) allen Themen der Unternehmensführung und Unternehmensentwicklung für sozial-solidarische gemäß genossenschaftlichen Prinzipien organisierte Organisationen an, wie:
Finanzierung
- Wie kann ich öffentliche Förderung erhalten, welche Förderprogramme kann ich wie nutzen für mein Unternehmen der SSÖ, abgestimmt auch auf meine Branche und Region?
- Wie nutze ich das Netzwerk meines SSÖ-Unternehmens für auf mein Unternehmen abgestimmte Instrumente der Eigenfinanzierung, der Beteiligungsfinanzierung, der Finanzierung durch Investoren (Beispiel: Instrument des / der Investierenden Genossen/in)
Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Wie setze ich das Instrument des Nachhaltigkeitsmanagements ein,
- um meine Produkte/ Dienstleistungen ökologischer zu machen?
- um meine Betriebsabläufe Ressourcenschonend und umweltschonender zu gestalten?
- Wie verstärkt Erneuerbare Energien für mein Unternehmen der SSÖ nutzen?
Geschäftsmodell und Geschäftsprozesse
- Entwicklung oder auch Relaunch meiner Unternehmensstrategie, meines Geschäftsmodells, meiner Geschäftsprozesse, um mein Unternehmen der SSÖ am Markt zu stärken, resilienter zu machen?
- Welche Organisationsstruktur und welche Unternehmensprozesse, auch welche Rechtsform passt dabei am besten zur weiteren Entwicklung und Stärkung meines sozial-solidarischen Unternehmens?
Kontakt: Helmut Geißler / +49 172 74073448
Weitere Kurzberatungen bietet TechNet zu praktischen Fragen wie
- Organisations- und Unternehmensentwicklung, demokratisches Management
- Wirkungsmanagement am Beispiel des Sozial-Audit-Verfahrens
- Finanzierungsfragen – Wie gelingt ein tragfähiger Einnahme- bzw. Finanzierungs-Mix?
- Rechtsformbestimmung – Welche Rechtsform ist für euer Unternehmen angemessen?
Wir beraten zu allen Fragen organisatorischer Aspekte der Unternehmensentwicklung im Kontext eurer Mission, Werte und Zielsetzungen.
Kontakt: Günther Lorenz und Heike Birkhölzer
Internationales
Finanzrahmen der EU (2028-2034): Nachteilig für die Soziale Ökonomie
Von Günther Lorenz, TechNet
Der mehrjährige Finanzrahmen (2028–2034) der EU (MFF) befindet sich derzeit sowohl auf Parlaments- als auch auf Ratsebene in Verhandlungen. Die bevorstehende Entscheidung wird erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der Sozialen Ökonomie haben, sowohl hinsichtlich der Finanzierungs- und Investitionsquellen, des Zugangs zu Finanzierung als auch der Beteiligung sozialökonomischer Akteure an den verschiedenen Regierungsorganen.
In vielerlei Hinsicht birgt der Entwurf Nachteile für die Soziale Ökonomie.
Aufbauend auf der Arbeit seiner Mitglieder und breiterer Koalitionen fasste Social Economy Europe daher die Hauptvorschläge zusammen und erstellte eine Kartierung der für die Soziale Ökonomie verfügbaren Mittel.
The next Multiannual Financial Framework (MFF) (PDF)
Generalversammlung von RIPESS Europe, 18.-20.05.26 in Frankreich
Von Cléo Mieulet, CSX Netzwerk
Der VKW ist Mitglied im RIPESS Europe, daher hatte ich Gelegenheit, an der inspirierenden Generalversammlung in Villarceaux teilzunehmen. Dort waren die Menschen zusammen, die an der Zukunft der Sozial- und Solidarwirtschaft in ganz Europa arbeiten.
Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: Die Soziale und Solidarische Ökonomie (SSÖ) wird noch immer viel zu oft als Nische behandelt – obwohl sie längst einen bedeutenden Teil des wirtschaftlichen Lebens ausmacht und genau jene Widerstandskraft bietet, die wir derzeit dringend brauchen. SSÖ ist eben nicht bloß ein alternatives Modell. Sie ist eine praktische Infrastruktur für demokratischere, lokal verankerte und krisenfestere Volkswirtschaften. Sie kann eine gerechtere Verteilung von Ressourcen und den Übergang zur Kreislaufwirtschaft tragen.
Die Gespräche über strategische Ausrichtung, Soziokratie und feministische Governance waren dabei besonders anregend – und haben gezeigt, wie viel Potenzial darin liegt, Praxis, Forschung und Bewegungsaufbau enger miteinander zu verbinden.
Ich würde mir wünschen, dass künftig noch mehr Brücken gebaut werden – zwischen RIPESS Europe, dem VKW Deutschland, dem CSX-Netzwerk, dem International Degrowth Network und dem Degrowth & Research Network. Denn für mich ist klar: Neben demokratischer Planung führt der Weg zu mehr Gerechtigkeit über die SSÖ in eine Postwachstumsgesellschaft. Genau hier wird Transformation greifbar – dort, wo kooperatives Wirtschaften vom Rand in die Mitte der Gesellschaft rückt.
RIPESS Europe – Network Social Solidarity Economy Europe
entstand aus der Synergie des Interkontinentalen RIPESS-Treffens mit dem Globalen Forum für Solidarität, das 1997 in Lima stattfand. RIPESS Europe wurde dann 2011 in Barcelona gegründet. Dabei waren Vertreter von Netzwerken aus Belgien, Katalonien, Frankreich, Spanien, Ungarn, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien und Deutschland (u.a. unter Beteiligung von TechNet Berlin).
Das Netzwerk umfasst
- 20 Mitgliedsländer
- 45 Mitgliedsorganisationen
Derzeitige deutsche Mitgliedsorganisationen in RIPESS EU sind, neben VKW:
- Technologie-Netzwerk Berlin e.V (TechNet)
- CSX Deutschland e.V.
- NETZ für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg e.V.
Seit Herbst 2025 ist VKW Mitglied im interkontinentalen Netzwerk zur Förderung der Sozial Solidarischen Ökonomie, in der europäischen Sektion.